Die Sache mit der Solaranlage

Mit einer Solaranlage auf dem Bulli Strom für unterwegs.

Seit dem neuen Bau, beziehungsweise Ausbau des „Küchenschrankes“ passte dann auch die Waeco CF 35 Kompressorkühlbox* gut ins Bild und konnte endlich richtig genutzt werden. Nun blieb noch das Thema mit der Energieversorgung. Fast jeder Bullifahrer kennt das Problem mit der Energieversorgung für interne Verbraucher. Da gibt es ja so einige. Radio, Licht, Kühlung Heizung. Bei Wohnmobilen, welche nicht selbst ausgebaut sind, wird dieses Problem meist mit Propangas gelöst. Das wollte ich nicht, da man auch Be- und Entlüftung schaffen muss. Die Karosse löchern? Nein Danke. Und dann noch regelmäßige Gasprüfung? Auch nicht.

Also ging es ans Recherchieren, wie man das Energieproblem für das autarke Campen lösen kann. Dank Google kann man ja viel lesen. Gutes und weniger Gutes und manchmal auch einigen Quatsch. Auf der Touristik- und Freizeit Messe in Leipzig habe ich mich dann mit einem Mann, welcher beim Service für Photovoltaik-Installationen arbeitet, über die Möglichkeiten und die Solartechnik unterhalten. Endlich mal jemand, der mir das alles ganz genau und verständlich erklären konnte. Anschließend gab es noch ein Angebot mit „Messepreisen“ in die Hand und ab nach Hause.

Die Zeit zum Verlegen der Kabel und die Montage war recht gut, da der Bulli, durch die Instandsetzung vom Unfallschaden im Sommer 2014 innen noch nicht wieder zusammengebaut war. Nach noch etwas Recherche habe ich das Paket mit der Solaranlage bestellt,erhalten und verbaut. Nun zu den Details.
Eigentlich ist der Aufbau einer Solaranlage ganz einfach. Man benötigt eine Solarzelle für Energiegewinnung, einen Laderegler, welcher den Strom passend transformiert und natürlich einen Energiespeicher. Diesen habe ich schon seit einiger Zeit unter dem Fahrersitz. Eine Exide Equipment Batterie Gel ES 650* passt genau auf den dafür vorgesehenen Platz, obwohl sie etwas höher ist als normal. Das könnte ja nach Sitz knapp bzw. schwierig werden. Ich habe deswegen Polschutzkappen und eine Dünne Abdeckung darauf. Getrennt von der Starterbatterie mit einem einfachen Trennrelais funktioniert das wunderbar. Allerdings wird die Energie recht schnell knapp, wenn die Sonne scheint und die Kühlbox mal etwas mehr arbeiten muss.

Verbaut habe ich letztendlich 2 Stück Solar Panel Polycristallin 540x670x25mm 12V 50W *in Reihe geschalten. Mit dem entsprechenden Laderegler BlueSolar Lade-Regler MPPT 75/15* bringt das den Vorteil, dass der Ladezyklus schon bei weniger Sonneneinstrahlung beginnt. Beispielsweise in der Dämmerung. Die Panels sind mit passenden Solar Haltespoiler* auf meinem REIMO Klappdach mit Würth Scheibenkleber * verklebt. Natürlich habe ich vorher die Aluminiumränder schwarz lackiert. Soll ja gut zum Design passen. Angeschlossen habe ich die Anlage mit ca. 20m /6qmm Kabel.

Noch ein bisschen darauf achten, dass nichts scheuert und alle Kabel ordentlich sitzen. Und schon fertig.

Der erste Härtetest

Während unserer Reise nach Norwegen gab es genug Zeit, die neue Energieversorgung ausgiebig zu testen. Bei schlechtem Wetter gestartet hatten wir dann im Norden Deutschland ein paar sonnige Stunden. Da es nicht ganz so warm war, haben ca 5h Sonne gereicht, um die Batterie trotz aktiver Kühlbox vollständig zu laden. Angekommen in Norwegen hatten wir doch ab und zu Regen, dennoch hat die die Sonneneinstrahlung der langen Tage gereicht, dass wir weder auf einem Campingplatz, noch irgendwo anders externe Stromzufuhr benötigten. Und das trotz in der Nacht laufenden Eberspächer Standheizung. Nach der ersten großen Reise war ich schon sehr zufrieden mit meiner Wahl.

Der zweite große Test

2015 hieß das Ziel unserer Reise Provence in Südfrankreich. Sonnenschein, Wärme und die Kühlbox waren die Zutaten für den Test der Energieversorgung. in ca. 80% der Fälle kamen wir mit unserer autarken Energie durch Sonne und Ladung meiner 45A Lichtmaschine bestens über die Runden. Lediglich bei Regen oder warmen Nächten kam die Batterie an ihre Grenzen und wir mussten sogar einmal mit externer Stromversorgung nachladen. Alles in Allem bin ich zufrieden mit der Installation der Solaranlage auf meinem Bulli Dach.

Fazit: Trotz der hohen Anschaffungskosten von ca. 450,-€ macht es doch ein weites Stück unabhängiger und freier.

Wenn ihr Fragen habt, lasst es mich bitte wissen.

Hast du…

… auch eine Solaranlage verbaut?
… Fragen zur Montage?
… andere Erfahrungen als wir?
… Tipps und Anregungen fürs nächste Mal?

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7 comments on “Die Sache mit der SolaranlageAdd yours →

  1. Wir haben dieses Jahr auch eine Solaranlage verbaut, allerdings auf einer Eigenkonstruktion mit einem Dachträger. Ziel War es ein Panel abnehmbar zu machen. Einziges Problem sind diese unsäglichen MC4 Stecker, da braucht es noch eine Alternative. Erster Testlauf dieses Jahr auf Sardinien. Top 🙂

    1. Lieber Robert, ja ich habe mit einem Stufenbohrer ein Loch ins Dach gebohrt und mit einer Kabeldurchführung aus dem Solarbereich gearbeitet (ebenfalls verklebt). Innen habe ich dann einen kleinen Kabelkanal gelegt und das Kabel im Dach nach hinten geführt. Dort mit einer „Gänsegurgel“ einen Bogen gelegt und dann das Kabel fahrerseitig ins Dach geführt. Das Loch ist ungefähr an der hinteren Scharnier-Öse vom Dach. Da musst du gucken wie es bei dir passt und wie du das Kabel weiter legen kannst. Ich habe ja hinten keine Fenster. Weiter läuft das Kabel hinter der Verkleidung zwischen C- und D-Säule nach unten bis unter Fensterhöhe und dort in der Wand nach vorne. Den Laderegler habe ich hinter dem Fahrersitz. Nicht vergessen die Kabel gegen Scheuerstellen zu sichern. Ich habe noch 2 Bilder hinzu gefügt. Ich hoffe das hilft dir. Liebe Grüße Henry

  2. Schöner Bericht.
    Was eine Solaranlage angeht habe ich auch schon einiges gelesen.
    Was mich aber auch interessieren würde: Wie hoch ist dein Bulli mit dem „Stufendach“? 🙂

    1. Der Bulli ist mit dem Dach am höchsten Punkt knapp 2,20 m hoch. Hätte ich die Solaranlage hinten verbaut, wäre meine Garageneinfahrt wohl zu knapp. Wenn du noch Fragen hast, immer her damit 😉
      Liebe Grüße aus Leipzig

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