T3 Solar Anlage auf dem VW T3

Mit einer Solar Anlage auf dem Bulli gibt Strom für autarkes Camping

Seit dem Neubau, beziehungsweise Ausbau des „Küchenschrankes“ passte dann auch die Waeco CF 35 Kompressorkühlbox* gut ins Bild und konnte endlich richtig genutzt werden. Nun blieb noch das Thema mit der Energieversorgung. Fast jeder Bullifahrer kennt das Problem mit der Energieversorgung für interne Verbraucher, wenn man autark stehen möchte. Da gibt es ja so einige: Radio, Licht, Kühlung und Heizung. Bei Wohnmobilen, welche nicht selbst ausgebaut sind, wird dieses Problem meist mit Propangas gelöst. Das wollte ich nicht, da man auch Be- und Entlüftung schaffen muss. Die Karosse löchern? Nein Danke. Und dann noch regelmäßige Gasprüfung? Auch nicht.

Also ging es ans Recherchieren, wie man das Energieproblem für das autarke Campen lösen kann. Dank Google kann man ja viel lesen. Gutes und weniger Gutes und manchmal auch einigen Quatsch. Auf der Touristik- und Freizeit Messe in Leipzig habe ich mich dann mit einem Fachmann für Photovoltaik /Solar-Installationen arbeitet, über die Möglichkeiten und die Solartechnik unterhalten. Endlich mal jemand, der uns das alles ganz genau und verständlich erklären konnte. Da stand der Kaufentschluss unserer VW T3 Solar Anlage . Anschließend gab es noch ein Angebot mit „Messepreisen“ in die Hand.

Die Zeit zum Verlegen der Kabel und die Montage war recht gut, da der Bulli, durch die Instandsetzung vom Unfallschaden im Sommer 2014 innen noch nicht wieder zusammengebaut war. Nach noch etwas Recherche haben wir das Paket mit den Komponenten unserer T3 Solar Anlage bestellt, erhalten und verbaut. Nun zu den Details.

Der Aufbau auf dem T3 Bus

Eigentlich ist der Aufbau einer Solaranlage ganz einfach. Man benötigt ein Solar Panel für Energiegewinnung, einen Laderegler, welcher den Strom passend transformiert und natürlich einen Energiespeicher. Diesen haben wir schon seit einiger Zeit unter dem Fahrersitz. Eine Exide Equipment Batterie Gel ES 650* passt auf den dafür vorgesehenen Platz, obwohl sie etwas höher ist als normal. Das könnte je nach Sitz knapp bzw. schwierig werden. Ich habe deswegen Polschutzkappen und eine Dünne Abdeckung darauf. Während der Fahrt geladen durch einen Votronic Ladebooster* Allerdings wird die Energie ohne Landstrom recht schnell knapp, wenn die Sonne scheint und die Kühlbox mal etwas mehr arbeiten muss.

Wie wir unsere Zweitbatterie während der Fahrt aufladen, könnt ihr hier lesen.

Aus welchen Komponenten besteht unsere Solar Anlage

Verbaut haben wir letztendlich 2 Stück Solar Panel Polycristallin 550x670x35mm 12V 50W *in Reihe geschalten. Mit dem Laderegler BlueSolar Lade-Regler MPPT 75/15*. Das bringt das den Vorteil, dass der Ladezyklus schon bei weniger Sonneneinstrahlung i der Dämmerung beginnt. Die Panels sind mit passenden Solar Haltespoilern* auf unserem REIMO Hattrick Klappdach mit Würth Scheibenkleber * verklebt. Natürlich haben wir vorher die Aluminiumränder schwarz lackiert. Soll ja gut zum Design passen. Angeschlossen haben wir die Anlage mit ca. 20m /6qmm Kabel. Direkt unter den Solar Panels in das Dach geführt, dort am Rand nach hinten und mit einer Schlaufe und Wellrohr Kabelschutz*ins Blechdach und wieder nach vorne zum Laderegler hinter oder unter dem Fahrersitz.

Noch ein bisschen darauf achten, dass nichts scheuert und alle Kabel ordentlich sitzen. Und schon fertig.

Der erste Härtetest

Während unserer Reise nach Norwegen gab es genug Zeit, die neue Energieversorgung ausgiebig zu testen. Bei schlechtem Wetter gestartet hatten wir dann im Norden Deutschlands ein paar sonnige Stunden. Da es nicht ganz so warm war, haben ca. 5h Sonne gereicht, um die Batterie trotz aktiver Kühlbox vollständig zu laden. Angekommen in Norwegen hatten wir doch ab und zu Regen, dennoch hat die die Sonneneinstrahlung der langen Tage gereicht, dass wir weder auf einem Campingplatz, noch irgendwo anders externe Stromzufuhr benötigten. Und das, trotz in der Nacht laufenden Eberspächer Standheizung. Nach der ersten großen Reise war ich schon sehr zufrieden mit meiner Wahl.

Der zweite große Test

Update: Mittlerweile haben wir auf eine 90A Lichtmaschine umgebaut. Natürlich in Verbindung mit dem Umbau auf Keilrippenriemen statt 2 Keilriemen.

2015 hieß das Ziel unserer Reise Provence in Südfrankreich. Sonnenschein, Wärme und die Kühlbox waren die Zutaten für den Test der Energieversorgung. In ca. 80% der Fälle kamen wir mit unserer autarken Energie durch Sonne und Ladung unserer 45A Lichtmaschine bestens über die Runden. Lediglich bei Regen oder warmen Nächten kam die Batterie an ihre Grenzen und wir mussten sogar einmal mit externer Stromversorgung nachladen. Alles in Allem sind wir sehr zufrieden mit der Installation unserer T3 Solar Anlage auf meinem Bulli Klappdach.

Fazit: Trotz der hohen Anschaffungskosten unser T3 Solar Anlage von ca. 450,-€ macht es doch ein weites Stück autark, unabhängiger und freier.

Nachtrag 2021: Nach vielen Kilometern und Jahren mit unserer Solar Anlage sind immer noch sehr zufrieden mit dieser Ausstattung und können diese klar weiterempfehlen.

Wenn ihr Fragen habt, lasst es uns wissen.

Hast du…

… auch eine Solaranlage verbaut?
… Fragen zur Montage?
… andere Erfahrungen als wir?
… Tipps und Anregungen fürs nächste Mal?

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23 comments on “T3 Solar Anlage auf dem VW T3Add yours →

  1. Hey, erstmal Danke! Hilft mir bei mir sicherlich auch weiter.

    Zudem eine Anregung: Ich hab mal auf einem Festival einen t3 gesehen, der ein kleines Windrad für Strom hat. Eine Halterung war glaube ich fest am Dach montiert, das Rad letztlich zum abnehmen. Ein paar Stunden und beide Batterien sind voll meinte er. Eventuell ein ganz netter Zusatz?! ?

  2. Auf dem Dach montierte Solarpaneels haben auch ihre Nachteile: Durchbohren, Windwiderstand, Verwitterung- und vor allem der Wirkungsgrad hinsichtlich der Sonneneinstrahlung durch den festen Winkel. Auch muss der Bus deswegen in der Sonne stehen, was im Süden nicht immer gewollt ist. Deswegen haben wir uns für das faltbare Solarmodul KVM 100-12 von SolarSwiss entschieden. 6m Kabel, die z.B. durchs Ausstelfenster geführt werden, und das Modul steht in der Sonne und wird 2-3 mal am Tag entsprechend ausgerichtet -> 100Watt sind möglich. Dafür habe ich dann gleich meine ganze Verbraucher-Elektrik neu sortiert und folgende Module verwendet : 80 AH AGM; PLus und Minus-Verteiler, WAECO Ladegerät 1012, Batt.-wächtter, Solarregler -zusammen ca. 350,-.(ohne Batterie).
    Das passt locker unter den Fahrersitz.
    Dazu kommt noch das Panel für 450,-.
    Micha auus München

    1. Hallo Michael, klar hatten wir diese Überlegung mit dem mobilen Solarpanel auch. Dennoch haben wir uns für die feste Variante entschieden, weil wir zum einen keinen Platz im Bus frei machen wollen um das Panel zu transportieren und zum anderen wollten wir nicht jedes Mal wenn wir am Bus sind das Zeug aufbauen und wenn wir weggehen wieder Weg schließen. Sonst sind ja gerne mal Langfinger am Werk. Klar ist bei direkter Ausrichtung der Wirkungsgrad höher, aber das gleichen wir durch mehr oder weniger permanente Aktivität der Solaranlage aus. Und wir brauchen uns über Gelegenheitsdiebe keine Sorgen machen. Das funktioniert auch ganz gut bei uns, selbst im Schatten und bei Dämmerung bringt die Anlage ausreichend Strom für unsere Geräte.
      Was hast du denn bei dir für einen Laderegler und B2B Lader verwendet?

      Viele Grüße

      1. Das Modul ist zusammengefaltet nur 58x55x4 cm groß, wiegt 4 Kilo und passt prima hinter den Fahrersitz.Es lädt auch, wenn es innen hinter der Windschutzscheiben steht. Als Regler Carbest Solar-Regler SR242 Duo Digital 242Wp von Reimo.

  3. Hallo,
    Wirklich klasse Bericht !
    Mich würde interessieren , welche Kühlbox du mit der Solaranlage betreibst ?! Lese viel , dass absorber Kühlboxen dafür nicht geeignet sein sollen weil sie zu viel Strom ziehen. Was hast du für eine !?
    Vielen Dank und viel Spaß auf deinen weiteren Reisen !

    1. Hallo Felix. Wir haben uns vor Jahren für die CF35 von Waeco entschieden und sind bis heute sehr zufrieden. Du solltest bei der Verkabelung aber kurze Leitungen mit hohem Querschnitt verwenden, dass der Spannungsabfall so gering wie möglich ist. Viele Grüße

  4. Servus,
    plane auch bei meinem bus demnächst eine solaranlage zu installieren. hab schon einiges gelesen und eigentlich wird immer nur beschrieben wie man den strom vom dach in die batterie bekommt. (panel -> laderegler -> batterie). das krieg ich hin. was mich viel mehr intressiert: wie habt ihr den part von der batterie bis zum verbraucher geregelt? gibt es einen verteilerkasten, einen sicherungskasten? wie viele anschlüsse habt ihr und welche habt ihr verwendet und könnt ihr die empfehlen?

    ps: mein bus ist ein alter lieferwagen. somit ist bis jetzt keine verkabelung vorhanden. die solaranlage soll ein eigenständiger kreis werden, der nur den laderaum versorgt. betreiben werd ich damit die kühlbox, eine heizung und handyladegeräte etc…

    lg aus salzburg

    1. Hi Alex. Ja das ist immer ein Thema. Auch gerade bei uns. Aktuell ist ein alter Sicherungs bzw Verteiler aus einem Schlachter dafür verbaut. Allerdings ist das nicht das gelbe vom Ei und wird demnächst neu gemacht. Da sind die Kabel zu lang und zu dünn. Somit verschenke ich einiges an Energie an die Widerstände. Wie genau ich das bauen werde, weiß ich noch nicht. Ich werde es aber dokumentieren und einen Beitrag darüber schreiben. Das hilft dir nun leider nicht, aber schau mal bei „hermann-unterwegs“. Dort wirst du vielleicht fündig. Lg Henry

  5. Super Bericht! Habe auch vor eine Solaranlage nachzurüsten. Soweit sogut, ich habe gelesen ihr habt eine Gel Batterie verbaut?! Diese wird bei Motorlauf nur durch ein Trennrelais verbunden? Wie lang habt ihr das schon so? Da ich viel lese das die Gel Batterien nicht so einfach verbunden werden können, da diese mit einer gewissen Spannung geladen werden müssen.
    Vielen Dank und weiter so!

    1. Hallo Nils. Die Batterie ist jetzt gut 2 Jahre im Bus. Lanhzeiterfahrungen gibt es quasi noch nicht. Bis jetzt funktioniert alles ganz gut. Meines Erachtens nach ist die Ladespannung schon gleich, aber beim Laden mit Ladegerät braucht es einen anderen Ladestrom. Moderne Ladegeräte können das aber meist. Sogar schon das einfache Ladegerät vom Aldi kann das. LG H

  6. Wir haben dieses Jahr auch eine Solaranlage verbaut, allerdings auf einer Eigenkonstruktion mit einem Dachträger. Ziel War es ein Panel abnehmbar zu machen. Einziges Problem sind diese unsäglichen MC4 Stecker, da braucht es noch eine Alternative. Erster Testlauf dieses Jahr auf Sardinien. Top 🙂

    1. Lieber Robert, ja ich habe mit einem Stufenbohrer ein Loch ins Dach gebohrt und mit einer Kabeldurchführung aus dem Solarbereich gearbeitet (ebenfalls verklebt). Innen habe ich dann einen kleinen Kabelkanal gelegt und das Kabel im Dach nach hinten geführt. Dort mit einer „Gänsegurgel“ einen Bogen gelegt und dann das Kabel fahrerseitig ins Dach geführt. Das Loch ist ungefähr an der hinteren Scharnier-Öse vom Dach. Da musst du gucken wie es bei dir passt und wie du das Kabel weiter legen kannst. Ich habe ja hinten keine Fenster. Weiter läuft das Kabel hinter der Verkleidung zwischen C- und D-Säule nach unten bis unter Fensterhöhe und dort in der Wand nach vorne. Den Laderegler habe ich hinter dem Fahrersitz. Nicht vergessen die Kabel gegen Scheuerstellen zu sichern. Ich habe noch 2 Bilder hinzu gefügt. Ich hoffe das hilft dir. Liebe Grüße Henry

  7. Schöner Bericht.
    Was eine Solaranlage angeht habe ich auch schon einiges gelesen.
    Was mich aber auch interessieren würde: Wie hoch ist dein Bulli mit dem „Stufendach“? 🙂

    1. Der Bulli ist mit dem Dach am höchsten Punkt knapp 2,20 m hoch. Hätte ich die Solaranlage hinten verbaut, wäre meine Garageneinfahrt wohl zu knapp. Wenn du noch Fragen hast, immer her damit 😉
      Liebe Grüße aus Leipzig

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