Soca Brücke Kobarid

2016 Reisebericht Berge und Meer Teil 2 Kroatien

Wir sind mit unserem VW Bulli in Südtirol unterwegs. Weil das Wetterradar nur Regen anzeigt wissen wir nicht so recht, wie es mit unserem Roadtrip weiter gehen soll, Kroatien vielleicht?

Was wir die ersten 9 Tage unserer Reise erlebt haben könnt ihr im Teil 1 unserer Berge und Meer Tour nachlesen.

Die Entscheidung

Auf Grund des, sagen wir mal instabilen Wetters haben wir nun eine Entscheidung zu treffen. Brechen wir unsere Rundreise durch Südtirol ab und fahren dahin wo es etwas sonniger ist oder wandern wir trotz Regen unsere angedachten Touren durch die Alpen? Es ist keine leichte Entscheidung, da wir uns sehr auf unsere Wanderungen gefreut haben und diese auch vorbereitet hatten. Nach einigem Hin und Her haben wir uns doch für das bessere Wetter entschieden. Wir machen das, was man machen kann, wenn man mit einem VW T3 Bus in den Urlaub fährt. Wir fliehen vor dem schlechten Wetter und fahren ans Meer. Das territorial nächstgelegene Meer ist die Adria. Da laut Wetter-App für die italienische Seite der Adria ebenfalls keine Sonne in Aussicht ist, entscheiden wir uns für unser schon mehrfach besuchtes und geliebtes Reiseziel Kroatien. Genauer gesagt beschließen wir noch einmal die Insel Krk zu besuchen, da diese bei unseren letzten Roadtrips durch Kroatien doch etwas zu kurz kam.

Tag 9 – 29.05.2016 Das Problem mit der Temperatur

Nach dem Mittagsschlaf und der getroffenen Entscheidung machen wir uns gegen 17:00 Uhr auf die Socken, ähh Reifen. Runter vom Berg und auf kürzestem Weg in Richtung Kroatien. Den Berg hinunter rechnen wir uns in Gedanken schon aus, wann wir in der Sonne liegen und im Meer baden können. Doch schon bei der nächsten Steigung reist uns der Bulli aus unseren Gedanken. Mit jedem Meter bergauf in Richtung Plustertal steigt die Nadel der Motor-Temperaturanzeige nach oben. Als irgendwann noch die kleine rote Lampe zu blinken beginnt, fahren wir erst einmal rechts ran und betreiben Fehlersuche. Nach Ausschluss der nicht in Frage kommenden Bauteile und typischen, sowie untypischen Symptome ist auch nach kurzer Zeit eine wahrscheinliche Diagnose gestellt. Thermostat defekt! Na super, wir haben ein Problem mit der Motorkühlung und müssen durch die Alpen. Ob das mal gut geht?! Da die Diagnose nicht einwandfrei ist und sich der Abend langsam dem Ende neigt, beschließen wir erst einmal im Tal Richtung Süden und dann auf die Autobahn nach Triest zu fahren. Immer ein Auge auf der Temperaturanzeige und mit voll aufgedrehtem Heizungsregler fahren auf einen kleinen Stellplatz in Conegliano. Das Tor ist versperrt und auch nach einem Druck auf die Klingel öffnet sich leider nichts. Wir stehen noch ein paar Minuten und schauen zu wie ein Pärchen sich durch die Fußgängertür Zutritt verschafft. Nach einem fragenden Blick werden wir erneut auf die Klingel hingewiesen. Na gut wir drücken noch einmal. Zack! Und das Tor öffnet sich. Wir fahren hinein und suchen uns einen Platz unweit vom Ausgang. Eigentlich kein schlechter Platz hier, WC, Dusche, Strom und Wasser gibt es bei Übernachtung für nur 12,-€.

 

Tag 10 – 30.05.2016 Thermostat-Problem gelöst! Kroatien, wir kommen

Nach einer ruhigen Nacht und einem kurzen, aber leckeren Frühstück bezahlen wir unsere Schulden beim Platzwart. Unser erster Stopp an diesem wolkigen Tag, ist eine VW Werkstatt in der Nähe des WoMo-Stellplatzes. Nach einer Stunde warten, in welcher die Damen und Herren von VW folgendes vollbrachten: Ein Mechaniker schaute schon nach 20 Minuten von außen auf den Bus. Nach weiteren 20 Minuten wurden wir zu einer netten Dame am PC geschickt, welche wie wild die Zahlen der KFZ-Papiere in ihren Computer übertrug. Auf unsere Nachfrage, warum sie das denn macht, bekamen wir die Antwort: „To find the problem…“ Na super. So ist das, wenn man mit einer Diagnose zu VW geht. 😉 Nach weiteren 20 Minuten und auf unsere Nachfrage, ob denn vielleicht ein neues Thermostat im Lager sei, wurde das verneint. Wir könnten den Wagen morgen noch einmal bringen und 2 Tage später holen. Danke für die Zeitverschwendung VW Italien!

Wir fahren weiter und halten in der nächsten BOSCH Werkstatt. Eine Schüssel fürs Kühlwasser, eine Ratsche mit 10er Nuss und ein Seitenschneider lösen das Thermostatproblem. Gehäuse auf, Thermostat vom Ring trennen und diesen wieder eingebaut. Nur noch Kühlwasser auffüllen und den Motor laufen lassen. Fertig. Weiter geht die Reise. Nun funktioniert zwar die Heizung nicht mehr, dafür wird der Motor aber vernünftig gekühlt. Dass wir die Heizung im Juni noch benötigen, hoffen wir mal nicht. Ziemlich genau 24 Stunden nach der Entscheidung für Meer statt Berge stehen wir nun, bei bestem Wetter auf dem Campingplatz Skrila Stara Baŝka.

Tag 11 – 31.05.2016 Mit dem Kajak in die schönsten Buchten Kroatiens

Aufgewacht, die Sonne lacht! Wir sind froh, dass wir die richtige Entscheidung getroffen haben und pumpen nach dem Frühstück unser mittlerweile lieb gewonnenes Luftkajak auf. Wir setzen am Strand ein und paddeln gemütlich an der Küste entlang. In nordwestlicher Richtung finden wir schon eine halbe Stunde später eine Bucht, wie aus dem Bilderbuch.

Traumbucht auf Krk
Eine einsame Bucht, wie im Paradies!

Das schärfste ist, dass wir wirklich alleine an dieser Bucht sind, da diese wirklich nur mit einem Boot zu erreichen ist. Wir genießen eine ausgedehnte Pause und mehrere Badegänge an diesem perfekten Strand, bevor wir den Rückweg antreten, beziehungsweise anpaddeln. Kaum auf dem Wasser nimmt der Wind zu und wir müssen bei, für unseren Geschmack, ziemlich hohen Wellen zurück zum Campingplatz paddeln. Angekommen am Camp machen wir noch eine kleine Kenterprobe. Danach gibt es lecker verspätetes Mittagessen und natürlich Mittagsschlaf.

Zum späten Nachmittag entschließen wir uns zu einem Besuch im ca. 1KM entfernten Dorf Stara Baŝka. Wir genießen den ausgedehnten Spaziergang in das verschlafene Dörfchen und setzen uns auf eine Bank am Hafen. Während Katrin mit einem Esel Freundschaft schließt, oder eher nicht, beobachten wir einige Arbeiter auf ihren Booten. Anschließend finden wir uns zur entschleunigten Nahrungsaufnahme im Grill Felix ein. Es liegt quasi auf dem Weg zurück zu unserem Campingplatz und sieht mit seiner mediterranen Deko sehr einladend aus, Katrin bestellt frische Muscheln und bei Henry gibt es ein leckeres Fischgericht. Wohl gesättigt laufen wir zurück ins Camp. Wir lassen den Abend gemütlich ausklingen und genießen das milde Klima mit leckerem Rhababerliqueur.

Tag 12 – 01.06.2016 Vrbnik und Krk

Reisetipp für Kroatien:
Schaut euch die kleine Stadt  Vrbnik an. Die Gassen und Restaurants laden zum Verweilen ein.

Wieder beginnt der Tag mit schönem Wetter und Sonnenschein. Es steht wieder eine Entscheidung an. Wohin soll uns die weitere Reiseroute führen? Wir entscheiden uns für einen Campingplatz in der Stadt Krk. Vorher machen wir noch einen Abstecher in die alte Stadt Vrbnik und schlendern durch die kleinen Gassen des Zentrums.

Wir fahren weiter auf unseren Campingplatz. Von der Größe dieses Platzes ein wenig gestresst finden wir dann doch einen netten Platz zwischen ein paar Bäumen. Wir wollen ja schließlich auch unsere Hängematte aufhängen. Holzkohlegrills sind auf diesem Campingplatz leider verboten. Das stört natürlich unseren Plan heute frischen Fisch auf den Grill zu legen. Es gibt allerdings einen BBQ-Platz auf dem Gelände. Zum Glück ist dieser auch nur 2 Gehminuten entfernt. Wir teilen uns den Grill an diesem Abend mit einem italienischen Pärchen, welches im benachbarten Mobilehome Urlaub macht. Da Fischgeschäfte so spät am Nachmittag nicht mehr offen haben, sind wir an der Supermarkt Fleischtheke fündig geworden. Leider kein Fisch. Mit Tannenzapfen und Sicherheitsanzünder ist die Holzkohle schon nach einigen Minuten für unser Essen bereit. Zum Fleisch gibt es leckeren Salat. Bei Kerzenschein und leichtem Wind findet der Abend einen gelungenen Abschluss.

Tag 13 – 02.06.2016 Kroatien und die Flucht vor dem Regen

In der Nacht kreist ein heftiges Gewitter mehrfach über Krk. Das ist natürlich nicht sehr förderlich für den erholsamen Bullischlaf. Am Morgen regnet es immer noch, oder schon wieder. So ist schnell die Entscheidung getroffen, die Insel zu verlassen. Da wir auch bald wieder in Richtung Heimat aufbrechen müssen, beschließen wir schon den Norden von Kroatien in die grobe Peilung zu nehmen. Unser neues Ziel ist der Risnjak Nationalpark. Kurz nach der Ankunft verschwindet der Regen und wir machen eine kleine Wanderung durch den schönen Park. Nach der Vesper Pause und ein paar Überlegungen, lehnen wir das Angebot der netten Dame vom Empfang ab, direkt hier zu übernachten. Wir verlassen Kroatien und fahren weiter nach Slowenien in das Tal des türkis blauen Flusses Soĉa. Aus südlicher Richtung befahren wir das Soĉa Tal und trauen unseren Augen nicht, als wir den türkisen Fluss, in leichten Nebel getaucht, vor uns entdecken. Wir sind auf den morgigen Tag gespannt und buchen direkt nach der Ankunft auf unserem Campingplatz in Kobarid für den nächsten Tag eine Rafting Tour. In Ruhe schlagen wir noch unser Lager auf und gehen zeitig schlafen.

Tag 14 – 03.06.2016 Wandern und Rafting im Soĉa Tal

Noch ist es etwas diesig, aber der Himmel beginnt aufzureißen und wir beschließen, in der Hoffnung auf gutes Wetter eine kleine Wanderung zu machen. Wir haben ungefähr 4 Stunden Zeit bis zu unserer Rafting Tour. Unsere Wanderung ist mit knapp 2 Stunden und 8 KM Entfernung ausgewiesen. Klingt nach einer perfekten vormittags Wanderung für uns. Wir wandern an der Soĉa entlang flussaufwärts und biegen dann nach Rechts ab zu einem tollen Wasserfall. Weiter geht es auf einer Hängebrücke über den Fluss hinweg und dann steil nach oben bis zu einer uralten Siedlung. Durch den Wald geht es zurück bis zur Kostnica s Cerkvijo Sv. Antona und weiter nach Kobarid und dann auf der Straße zurück zu unserem Campingplatz Kamp Koren.

Wildwasser Rafting auf der Soca

Nach einer Kurzen Mittagspause machen wir unseren T3 Bulli bereit und fahren zum Treffpunkt für unserer heutige Rafting Tour. Wir bekommen unsere figurbetonten Neopren Sachen und die Sicherheitsausrüstung. Schon ein paar Minuten später sitzen wir im Transporter auf dem Weg zum Einstieg. Unsere Rafting Gruppe besteht zu einhundert Prozent aus Italienern im mittleren Alter. Natürlich zuzüglich zu uns. Der Guide heißt Blaẑ und bestimmt die Sitzordnung im Boot. Wir sitzen vorn und geben quasi den Takt an. Nach kurzer Zeit wechselt Blaẑ von Englisch auf Italienisch und schon gibt es einen gratis Italienisch-Kurs für uns. „…tutti avanti…sinistra…destra avanti…forza…“ werden wir wohl so schnell nicht mehr vergessen. Wir genießen die actionreiche Tour auf diesem berüchtigten Wildwasser Fluss. Mal schneller, mal langsamer und natürlich werden wir auch alle nass. Ein Spaß für Jung und nicht mehr ganz so Jung. Toll auf jeden Fall. Noch einmal vielen Dank an Blaẑ für die Tour.

Erschöpft und glücklich erreichen wir am frühen Abend unseren Campingplatz in Kobarid und legen die Beine hoch.

Tag 15 – 04.06.2016 Heimreise aus Slowenien

Heute steht fahren auf dem Programm. Wir fahren durch Slowenien und Österreich bis nach Bayern. Wir übernachten, dank unserem tollen Landvergnügen Stellplatzführer auf dem Biohof Hausberg. Bei frischem Bier und netten Gesprächen sitzen wir im Freien und warten auf den angesagten Regen, welcher auch nicht zu lange auf sich warten lässt. Wir flüchten in unseren trockenen Bulli und schlafen ruhig.

Tag 16 – 05.06.2016 Ankunft

Die letzten Kilometer fahren wir auf der Autobahn bis nach Leipzig zurück. Wir erreichen unsere Heimat mit einem Kilometerstand von 92306 KM auf dem Tacho gegen Abend und freuen uns schon auf unsere nächste Reise mit unserem VW Bus T3. Natürlich werden wir euch wieder hier in unserem VW Bus Reiseblog davon berichten.

Unsere Reiseroute durch Kroatien und Slowenien

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