VW-T3 Fidibus mit Ölkühler

VW Bus T3 Ölkühler Einbau

Heute haben wir mal keinen Reisebericht auf unserem Reiseblog für euch. Es geht wiedereinmal um Technik. Und zwar um den Einbau eines Ölkühlers in den VW Bus T3 Fidibus. Da unser FidiBus einen der anfälligeren JX Dieselmotoren mit 1,6l Hubraum und Turbolader besitzt und er in seinem Bulli -Leben bereits den zweiten Austauschmotor bekommen hat, haben wir beschlossen ihm das Leben etwas leichter zu machen und einen Ölkühler zu verbauen.

Ölküher, warum?

Zuerst ist aber die Frage zu klären, warum überhaupt braucht man bei diesem Fahrzeug einen Ölkühler. Das Interessante an der Geschichte ist, dass viele dieser T3s mit dem JX Motor auch ohne funktionieren. Das auch über einen langen Zeitraum. Zu  bedenken ist, dass unser FidiBus, wie viele andere Bullis nachträglich zum Camper ausgebaut wurde. Das bedeutet, er hat ein Aufstell/Zwitterdach bekommen, eine komplette Wohnmobil Innenausstattung inklusive Kühlschrank, Heizung und Kochstation. Dazu noch die 60Kg Gasflasche, welche fest verbaut ist. 60l Frischwasser und im Falle 60l Abwasser unter dem Auto sind ebenfalls nicht zu vernachlässigen. Schon alleine bei dieser Aufzählung kann man sich ein Bild machen, wie viel Zusatzgewicht der Bulli zu schleppen hat. Dabei ist noch nichts für den Campingurlaub eingepackt. Das und die Fahrgäste kommen natürlich obendrauf.

Auf das Gesamtgewicht kommt es an

Zusammen mit dieser Kombi und der nur mäßigen Kühlleistung der Technik der frühen 80er Jahre stellen wir fest, dass der Motor eigentlich ständig zu heiß ist. Und in Kombination mit dem verbauten Abgasturbolader wird das Öl auch schon mal so heiß, dass es nicht mehr genau das tut, was es soll und der Turbolader oder der Motor streikt.

VW-T3 Fidibus mit Ölkühler
VW-T3 Fidibus mit Ölkühler

Alles beginnt natürlich mit der Recherche.

Wir kommen zu dem Resümee, dass wir nicht nur das Öl kühlen müssen, sondern auch die Motortemperatur an sich senken müssen, um für Steigungen und „Sprints“ noch Reserven zu haben. Das mit der geringeren Betriebstemperatur des Motors lässt sich relativ einfach bewerkstelligen. Man tauscht zum Ersten das Wasserthermostat gegen eins aus, welches etwas früher den großen Kreislauf öffnet. Zweitens wechselt man noch den temperaturbasierten Schalter am Wasserkühler gegen ein Modell, welches ebenfalls früher schaltet. So erreicht man eine deutlich niedrigere Grundtemperatur des gesamten Motors.

Beim Ölkühler ist es nicht ganz so einfach. Da gibt es verschiedene Ansätze. Man kann einen Wasserbasierten Ölkühler verwenden, welcher über einen zusätzlichen Wasserkreislauf mit elektrischer Pumpe das Öl im Wärmetauscher am Ölfilter herunter kühlt oder man transportiert das Öl in langen Schläuchen bis nach vorn. Dort setzt man dann einen eigenen Ölkühler vor den Wasserkühler und bindet diesen per Öl-Thermostat am Ölfilterflansch in den Ölkreislauf mit ein. Klingt alles kompliziert? Ganz so schlimm ist es gar nicht.

Die Teile

Wir haben unser Set bei der Busschmiede bestellt. Dieses besteht aus:

  • 19-reihiger Ölkühler
  • Thermoblock mit 90° Thermostat im Ölkreislauf
  • zwei passende Ölfilter Mann W 930
  • Ölschläuche mit verpressten Anschlüssen
  • früher öffnender Kühlwasserthermostat 80°C in der Wasserpumpe
  • spezielle Thermoschalter 1.Stufe 80°C/ 2.Stufe 85°C  im Motorwasserkühler
  • Befestigungsmaterial und Kleinteile

Alternativ kann man sicher auch ein günstigeres Set, wie hier* verwenden und sucht sich die restlichen Sachen selbst zusammen.

Der Einbau

Der Ölkühler Einbau ist nicht so schwierig. Wichtig ist, dass man entweder Rampen zum auffahren oder noch besser, eine Hebebühne zur Verfügung hat. Denn die langen Hydraulikleitungen werden unter dem Bulli entlang geführt.

Der Wasserkreislauf

Zuerst haben wir uns um den Wasserkreislauf gekümmert. Parallel lassen wir aber schon das alte Motorenöl ab, somit hat es genug Zeit zum herauslaufen. Anschließend werden mit ein paar Schlauchklemmen die Kühlwasserschläuche geklemmt, dass wir nicht unnötig Wasser ablassen müssen. Dann wird das Thermostatgehäuse an der Wasserpumpe geöffnet und das alte Thermostat gegen das Neue ausgetauscht. Bitte ersetzt ebenso die O-Ring Dichtung für das Thermostat. Anschließend tauschen wir noch vorn am Wasserkühler fahrerseitig den Lüfterschalter gegen den Neuen aus. Wenn man zügig arbeitet, läuft nur wenig Wasser weg. Das war es auch schon fast mit den Arbeiten am Wasserkreislauf. Wir müssen nur noch das abgelaufene Wasser auffüllen und den Kreislauf entlüften, das machen wir allerdings im Nachgang.

Der Ölkreislauf

Als nächstes kümmern wir uns um den Ölkreislauf und die zu installierenden Bauteile. Zuerst verbauen wir den Ölkühler an der Front unseres Bullis. Die beiden Kühlergrills sind ja nun schon ab. Mit dem mitgelieferten Anbausatz lässt sich der Ölkühler relativ einfach zwischen den beiden vertikalen Rohren installieren. Bohren muss man nicht, der Kühler wird mit den Kunststoffböcken „nur“ eingeklemmt.

Die Ölleitungen müssen nach hinten zum Ölkühler Anschluss

Mit den Anschlüssen nach unten geht es nun weiter. Wir verlegen die Hydraulikleitungen nach rechts weg und befestigen sie mit den mitgelieferten Kabelbindern an den nach hinten verlaufenden Kühlwasserrohren. Am Tank wird es mit den Wasserrohren zusammen sehr eng, deswegen legen wir die Ölleitung mittig über der großen Vertiefung im Tank und führen sie hinter dem Tank wieder mit den Wasserrohren zusammen. Von hier aus kann man die wunderbar nebeneinander bis nach hinten legen. Wichtig dabei ist, darauf zu achten, dass nirgendwo Scheuerstellen entstehen, welche die Leitungen beschädigen könnten.

Hinten angekommen schrauben wir nun den alten(langen) Ölfilter ab und schrauben an den Wasser/Öl Wärmetauscher das neue Adapterstück inklusive dem Ölthermostat. Anschließend muss da noch der neue kürzere MANN Ölfilter* dran. An das Adapterstück schrauben wir dann die von vorne kommenden Ölleitungen vom Ölkühler. Je nachdem ob ihr ein Ölthermometer mit verbaut muss natürlich noch der Geber für die Öltemperatur mit angeschlossen werden. Die Überlänge der Leitungen zum und vom Ölkühler verstauen wir hinter der Schräge zum Motorraum und befestigen es gut mit ausreichend Kabelbindern. Auch hier ist wieder auf eventuelle Scheuerstellen zu achten.

Letzte Arbeiten und eine Überprüfung

Wenn ihr alles festgeschraubt und danach sämtlicher Verschraubungen noch einmal geprüft habt, könnt ihr die Flüssigkeiten wieder befüllen. Also so viel Kühlmittel, wie bei der Montage von Schalter und Thermostat raus gelaufen war. Beim Motoröl müsst ihr aufpassen. Laut Angabe der „Busschmiede“ erhöht sich die Füllmenge auf 6,5l. Dennoch bleibt es beim nächsten Ölwechsel bei 4,5l. Logisch, es läuft ja nichts aus dem vorderen Kreislauf, wenn das Ölthermostat geschlossen ist. Wenn alles drin, ist solltet ihr den Motor starten und warm laufen lassen.  Die Zeit haben wir genutzt um das Wasserkühlsystem ordentlich zu entlüften. Vergesst nicht die beiden Kühlergrills wieder anzubauen. Bis das Öl die Thermostatöffnungstemperatur von 90°C erreicht hat dauert es eine Weile. Beziehungsweise ist das im Stand kaum möglich. Wir haben den Motor einfach „zärtlich“ warm gefahren, bis die Ölfüllmenge am Messstab wieder stimmt. 

Fazit

Nun sollte sich die Öltemperatur nicht mehr merklich über 90°C bewegen. Schaut nach der ersten Probefahrt, ob alles dicht und fest ist. Für unseren Fidibus hat sich die Zeit- und Geldinvestition durchaus gelohnt.

Wir sind keine Profis und keine professionelle Werkstatt. Falls uns irgendwo ein Fehler unterlaufen ist bitten wir um Nachsicht. Falls ihr nach unserer Anleitung umbaut, übernehmen wir keine Gewähr. Der Fidibus läuft nun schon mehrere tausend Kilometer mit der Konfiguration und das ohne Probleme.

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