Korsika Roadtrip

Roadtrip durch Korsika Teil 1

Wie ein Stückchen der Alpen, welches ins Mittelmeer gefallen ist, wird Korsika manchmal beschrieben. Davon wollen wir uns selbst ein Bild machen und beschließen kurzer Hand einen Roadtrip nach und vor allem durch Korsika zu machen. Erstaunlicherweise bekamen wir, als wir vor der Reise von unseren Plänen berichteten, des öfteren Griechenland?! zu hören. Nein liebe Freunde, Korsika ist nicht in Griechenland. Es ist die viert größte Insel im Mittelmeer, liegt im Tyrrhenischen Meer vor Italien und gehört zum schönen Reiseland Frankreich.

Roadtrip Vorbereitung

Weil wir uns relativ spontan für das Reiseziel Korsika entschieden haben, fällt die Vorbereitung auch etwas kürzer aus. Wir durchforsten einige Korsika-Blogs, wie zum Beispiel http://www.paradisu.de/. Hier finden wir viele Tipps und Campingplätze mit Bewertungen und Bildern.

Unser Tipp: Ein Preisvergleich bei dem Buchen einer Fähre lohnt sich durchaus. Bei Ocean24* geht das recht einfach.

Anschließend buchen wir online unsere Überfahrt. Für die Hinfahrt haben wir ein Schnäppchen ergattert. Die Tagesüberfahrt ohne Kabine kostet uns nur 96,-€ inklusive aller Gebühren. Für die Rückfahrt über Nacht müssen wir 162,-€ bezahlen, dafür ist aber eine eigene Kabine mit dabei.

 

Dank unserer Packliste geht auch das Packen recht flott von der Hand und schon sind wir auf dem Weg.

Tag 1 – Sa. 13.08.2016 Start in Leipzig

Es ist 12:18 Uhr, die Sachen sind gepackt, die Erholung liegt nahe. Mit einem Kilometerstand von 93150km auf dem Tacho starten wir mit unserem VW T3 Camper nach Süden. Wie sehr häufig am ersten Tag, wollen wir zügig voran kommen und entschließen uns zur Fahrt auf der Autobahn. Wir fahren bis zum Abend und übernachten kurz vor Ulm auf einem „Landvergnügen Stellplatz“ aus unserem lieb gewonnenem Stellplatzführer.

Tag 2 – So. 14.08.2016 Bodensee, wie bist du schön

Reisetipp für den Bodensee: Campingplatz Allensbach liegt direkt am See, hat ein angrenzendes Seebad mit Bewachung und ist auch super für Familien mit Kindern geeignet. Wir haben für eine Nacht in unserem Bus zu zweit knapp 27,-€ bezahlt.

Nach dem leckeren Frühstück bei bestem morgendlichen Sonnenschein fahren wir weiter und kehren auf dem Campingplatz Allensbach am Bodensee ein. Die Landesgrenze zwischen Deutschland und der Schweiz verläuft genau durch den Bodensee. Für uns Grund genug, unser Kajak aufzublasen und vom Campingplatz in Deutschland über den Bodensee in die Schweiz zu paddeln. Wir genießen den Tag auf dem Wasser und grillen abends unsere Doraden „Hans“ und „Konrad“. Ein sehr gelungener und sportlicher Tag neigt sich auf dem gut gefüllten Campingplatz dem Ende.

Tag 3 – 15.08.2016 Durch die Schweiz und das Stellplatzproblem

In der Nacht wurden wir mit etwas Regen überrascht. Dennoch beginnt der Tag sonnig und das Quecksilber steigt in einen sehr angenehmen Bereich hinauf. Nach dem Frühstück packen wir unsere sieben Sachen und fahren mit unserem Bulli am Bodensee entlang in die Schweiz. An der Tanke kaufen wir noch eine Autobahnvignette für 40 CHF. Das sind fast 40€. Jetzt dürfen wir das ganz Jahr Schweizer Autobahnen benutzen. Wir nehmen gleich eine dieser Autobahnen und fahren nach Süden mit dem Zwischenziel San Bernadino. Wir haben den Plan, einen der Wohnmobilstellplätze am Lago Maggiore für unsere nächste Übernachtung aufzusuchen. Leider finden wir keinen Platz für ein ruhiges und für uns passendes Nachtlager, deswegen fahren wir weiter zu einem kleineren und wenig bekannteren See etwas unterhalb des Maggiore. Dem Lago die Varese.  Hier gibt es einen ruhigen und offiziellen Stellplatz.

Reisetipp für die Durchfahrt durch Nord-Italien:
Wohnmobilstellplatz am Lago di Varese liegt angrenzend an einen großen Parkplatz. Er ist übersichtlich und sauber, aufgeteilt in ebene Parzellen und Strom gibt es bei Bedarf. Die Kosten liegen bei 1,50€/3h Parkzeit (Stand 08/16). Also zur Zwischenübernachtung bei Durchreise OK.

Baden ist hier im See leider nicht möglich, dafür ist die Snackbar am Ufer den ganzen Abend gut besucht. Wir setzen uns auf eine Bank und schauen den Ruderern beim trainieren zu. Wie wir beim abendlichen Spaziergang feststellen, ist dieser See ein italienischer Olympiastützpunkt der Rudermannschaft.

Tag 4 – 16.08.2016 Ob wir hier rechtzeitig raus kommen?

Wir starten ausgeruht und mit einem guten Zeitpuffer. Morgen früh geht unsere Fähre ab Savona. Das Navi ruft eine von circa 2,5h Fahrtzeit bis Savona aus. Jetzt ist es gerade 10.00 Uhr, also beschließen wir Italien auf der Landstraße bis Savona zu „erfahren“. Das macht dann mal geschätzte 5 Stunden Fahrzeit. Wir sind bereit, los gehts!

In den frühen Abendstunden kommen wir in Savona an und finden einen kleinen Stellplatz gegenüber eines der Strandbades unweit vom Hafen. 14,-€ je Nacht müssen wir hier berappen, aber für die Nähe zum Meer und die Region wohl nicht zu teuer. Wir stehen zwischen zig großen Wohnmobilen und gehen nach einer kurzen Pause erst einmal zum Anbaden ins Mittelmeer.

Blick auf den Stellplatz

Nach einem netten Gespräch mit einem WoMo Nachbarn beschleicht uns nun doch die Sorge, dass der Schlagbaum morgen früh nicht offen ist. Wir müssen schon 5:30 Uhr beim Check in von Corsica Ferries sein. Laut dem netten Nachbarn und den Hinweisschildern ist der Platz nur zwischen 8.00 Uhr und 22.00 Uhr offen. Also gehen wir noch einmal zum Pförtner und sprechen mit ihm auf besten englisch Künsten  😉 über unsere Sorgen. Er sichert uns zu, dass wir rechtzeitig raus kommen. Er schläft hier im Büro Container und will die Schranke morgen früh für uns öffnen. Etwas skeptisch sind wir schon, hoffen aber das Beste, stimmen uns für den Abend positiv und gehen zeitig ins Bett.

Tag 5 – 17.08.2016 Läuft bei uns…

Einschiffen ist ab 6:00 Uhr möglich. Wir möchten zeitig genug da sein, somit ist die Nacht sehr kurz. Es ist 4:30 Uhr am Morgen. Das Frühstück wird auf später verschoben. Zuerst müssen wir das Thema mit der Schranke lösen, denn wie soll es auch anderes sein, die Schranke ist zu. Da steigt der Puls das erste Mal ordentlich. Und das ohne Frühstück. Katrin geht zum Büro Container, klopft und etwas erleichtert sehen wir das Licht im Container angehen. Zum Glück. Der Parkplatzwärter drückt das Knöpfchen und wir können unser Nachtlager verlassen, während alle anderen noch schlafen.

Die erste(n) Panne(n) auf unserem Roadtrip

Wir fahren im Dunklen nur 10 Minuten bis zum Hafen und stellen uns in die bereits beträchtliche Check In Schlange. Kurz vor dem zweiten Checkpoint müssen wir, wie alle anderen auch doch etwas warten und schalten den Motor ab. Als es weiter gehen soll und wir den Schlüssel drehen, steigt der Puls schon wieder. Unser geliebter Bulli will nicht. Der Strom der Batterie reicht nicht zum Anlassen. Mist!!!. Und was nun?

Henry springt aus dem Bus und läuft schnell zu einem älteren Ehepaar in einem Golf und bittet um Starthilfe. Sehr hilfsbereit und mit einem Überbrückungskabel zur Hand gibt es eine Starthilfe im Dunklen. Nach einer kurzen Diagnose ist die der Fehler auch schnell gefunden. Das Stromkabel der Lichtmaschine ist direkt hinter der Ringoese gebrochen. So konnte die Batterie nicht ausreichend geladen werden. Das lässt sich nur nicht in 3 Minuten reparieren, somit verschieben wir das auf später. Zuerst müssen wir allerdings auf die Fähre. Somit bleibt der Motor an, bis wir in der Parkposition für die Überfahrt stehen. Als Henry noch einmal nachschaut, ob er auf die Schnelle nicht noch ein Provisorium einrichten kann, bricht zu allem Übel auch noch der Stock, der die Heckklappe mit ca. 30Kg Gewicht oben hält und diese trifft nun auf Henrys Rücken. Bis auf eine Schramme ist zum Glück nichts weiter passiert. Die Reparatur wird nun endgültig auf später verschoben. Läuft bei uns….Vorsorglich nehmen wir Kontakt zu Mitreisenden auf um eventuell Spontan noch einmal Energie für den Start vom Bulli zu borgen. Entweder per Kabel oder per Anschieben.

Nach 5h Überfahrt und reichlich Bangen, springt unser Baby an und wir rollen von eigener Kraft von Board. Da kann unser Roadtrip ja weitergehen. Wir beschließen jedoch umgehend einen Campingplatz aufzusuchen. Wir benötigen etwas Ruhe und Zeit für die dringend nötige Reparatur am Generator. Außerdem natürlich noch Strom, um unsere Batterien  aufzuladen und eine Dusche.

Der erste Campingplatz auf Korsika

Wir entscheiden uns für den Campingplatz Kalliste in St. Florentin. Er hat 3 Sterne und kostet für eine Parzelle mit Strom „nur“ 44,-€. Die Reparatur ist schon nach 15 Minuten erledigt und das Ladegerät ist angeschlossen. Nun können wir endlich unseren ersten Abend auf Korsika genießen. Wir gehen ins Meer baden, dann duschen und danach gibt es lecker Abendessen und Rhababerschnapps am Bus. Nebenbei lauschen wir noch den VW-Bus Fachgesprächen unserer deutschen Nachbarn. Tief entspannt gehen wir ins Bettchen und freuen uns auf die Abenteuer und Eindrücke, die Korsika für uns bereit hält.

Unsere Reiseroute von Leipzig nach Korsika

Wie viele Pannen und schöne Erlebnisse uns auf Korsika noch erwarten, könnt ihr hier im zweiten Teil unseres Korsika-Reiseberichtes nachlesen.

Hast du Lust auf Korsika bekommen und keinen eigenen Bulli? Dann miete dir doch einen. In dem Wohnmobil Guide von Erento findest du alles, was du darüber wissen musst und noch mehr.

Hast du…

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… andere Erfahrungen als wir?
… Tipps und Anregungen fürs nächste Mal?
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11 comments on “Roadtrip durch Korsika Teil 1Add yours →

  1. Pannen gehören beim Camping halt dazu ;-)…und außerdem hat man dann nachher viel zu erzählen.
    Wir haben mittlerweile ein so inniges Verhältnis zum ADAC, dass wir unserem Suzuki (wir campen mit Eriba Triton hintendran) angedroht haben, er wird postwendend verkauft, wenn er wieder Zicken macht. Hat gewirkt, denn dieses Jahr auf Korsika haben wir ihn auf diversen Offroadstrecken ordentlich gequält und er hat sich nicht einmal beschwert.
    Unser erster und auch letzter Campingplatz auf der Insel ist übrigens immer San Damiano südlich von Bastia. Direkte Meerlage, großer Pool, Supermarkt usw. Wir fühlen uns dort sehr wohl und haben im Juni für 2 EW, 2 Hunde, Auto, Caravan, Strom und Duschen 33,- pro Nacht gezahlt. WLAN ist dort gratis.

    Herzliche Grüße von Kerstin

  2. Ein sehr schöner Bericht, ich bin schon sehr gespannt auf eure Korsika-Eindrücke. Wir, Bulli plus 2 Personen, waren schon öfter auf der Ile de Beaute unterwegs. Ich war sogar mein halbes Leben jeden Sommer zum Camping dort (leider noch ohne Bulli).
    Ich hoffe wirklich, die Insel hat euch gefallen und am Bulli ist nicht zu viel kaputt gegangen. Wir können von solchen unfreiwilligen Zwischenstopps auch viele Liedchen singen.
    LG Martina

    1. Die Insel hat uns sehr gut gefallen, vielleicht fahren wir noch einmal hin. Auf welchen Campingplätzen warst du immer so, kannst du uns welche empfehlen? Auch wenn der Bulli etwas länger Urlaub gemacht hat als wir, haben wir zumindest die Zeit auf Korsika sehr genossen.

      1. Oje das hört sich aber nicht gut an. Wir haben es bis jetzt, toi toi toi, immer heim geschafft, obwohl es auf unserer Tour 2016 Sardinien sehr eng wurde.
        Da ich bis jetzt ja nur zwei Teile lesen konnte: In der Gegend Nord-West ist das Asco-Tal auch sehr empfehlenswert. In Haut-Asco ist der Camping Monte Cinto schön, wandern dort ist auch toll.
        Ansonsten kann ich eure Eindrücke von Calvi nur bestätigen. Am besten kenne ich mich im Süden rund um Bonifacio aus. Dazu dann später mehr 😉

  3. Ein sehr interessanter Bericht – ich bin schon gespannt auf den nächsten Teil 🙂 Korsika steht auch noch auf unserer Reiseliste (schade, dass der Jahresurlaub so begrenzt ist ;))
    Und hey, ihr seid ja aus der alten Heimat! Ich wink mal rüber!
    Liebe Grüße!

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