2019 Paddelurlaub an der Mecklenburger Seenplatte

Wie ihr ja vielleicht wisst haben wir mit unserem Luftkajak „ELSE“ schon eine Menge Touren in ganz Europa gemacht. Aber auch in Deutschland gibt es viel zu sehen und zu erleben. Schon seit einer ganzen Weile steht die Mecklenburger Seenplatte bei uns auf dem Plan und im Herbst 2019 sollte es nun soweit sein. Von Katrins Schwester haben wir das Buch „Kanuwandern in Ostdeutschland“* geschenkt bekommen, hier informieren wir uns über mögliche Touren bzw. Teilstrecken. Also dann, Bus packen und los gehts …

Tag 1 Es geht nach Brandenburg

Wir starten mal wieder nach dem Mittagessen und nutzen Floras  Schlafenszeit zum Autofahren. Unser heutiges Ziel ist Ketzin. Am Nachmittag kommen wir auf dem Ferienhof Havelblick an, der Platz macht seinen Namen alle Ehre. Wir bekommen ein schönes Plätzchen auf einer Wiese direkt neben den Bootsanleger mit Blick auf die Havel. Am Nachmittag schauen wir uns noch etwas die Stadt an. In den nächsten Tagen wollen wir von hier gerne unsere erste Paddeltour starten, deshalb sind wir auf der Suche nach der Bushaltestelle. Diese gefunden, gehen wir zurück zum Platz und verbringen einen gemütlichen Abend.

Tag 2 Wir Paddeln im Naturschutzgebiet bei Ketzin

Als wir aufwachen regnet es leider,  also verbringen wir einen ruhigen Vormittag am Bus.  Nach dem Mittagessen und der Mittagspause wird unser Else aufgepumpt und endlich zu Wasser gelassen. Wir starten unsere erste Tour entlang der kleinen Inseln des Naturschutzgebietes von Ketzin.

Tag 3 Paddeln auf der Havel

Heute steht eine große Tour auf dem Plan, also starten wir direkt nach dem Frühstück. Mit Boot und Proviant bepackt laufen wir zur Bushaltestelle in Ketzin. Unsere Zielhaltestelle liegt hinter Marquardt, die Bushaltestelle Marquardter Chaussee. Hier steigen wir aus und suchen uns eine Stelle an der wir Else zu Wasser lassen können. Während des Aufpumpens werden wir von einem Angler gefragt, ob wir wirklich mit dieser „Nussschale“ die Havel entlang paddeln wollen? Ja das wollen wir! Warum auch nicht, denken wir uns. Flora und auch wir sind guter Dinge und starten hoch motiviert in die Tour. Entlang des Sacrow-Paretzer-Kanal geht es bis zum Schlännitz See in Marquardt. Hier suchen wir uns ein nettes Plätzchen für unsere Mittagspause. Natürlich besichtigen wir auch das Schloss von Marquardt, zumindest von außen. Katrin nimmt sogar noch einmal eine kleine Abkühlung im See, bevor es weitergeht. Wieder alle im Boot sitzend, schläft Flora irgendwann vom Schaukeln des Bootes ein. Henry paddelt fleißig weiter und so erreichen wir irgendwann den Göttinsee und schließlich die Havel. Nicht mehr weit und man sieht auch schon unseren Stellplatz in Ketzin. Super! Die 12 km lange Tour hat also auch mit unserer Nussschale bestens geklappt. Am Bus angekommen vespern wir und verbringen den Nachmittag und Abend am Bulli.

 

Morgen geht es weiter zur Mecklenburger Seenplatte, da viele Bereiche zum Naturschutzgebiet gehören, gibt es hier noch ein paar Paddel Tipps für euch:

  • Viele der Seen liegen im besagten Naturschutzgebiet, deshalb ist nur eine Fahrt entlang der Tonnen erlaubt. Die Ein- und Ausfahrten bzw. die Überquerungen über die Seen sind meistens mit grünen Tonne markiert. Auch das Aussteigen im Naturschutzgebiet ist untersagt. Deshalb macht euch vorher Gedanken über einen möglichen Picknickplatz.
  • Informiert euch vorher über das Wetter und vor allem über den Wind. Denn gerade Wind kann auch auf den größeren Seen einen Wellengang auslösen,  bei dem es schwierig ist zu paddeln. Wir sind geübte Paddler und haben auch Erfahrungen mit Wellengängen und Wind. Und waren umso verblüffter, welcher Winde auch auf solchen „kleinen“ Seen entstehen können und wie es das Paddeln doch erheblich erschwert.

Tag 4 Das Hexenwäldchen

Heute fahren wir weiter an die Mecklenburger Seenplatte. Auf dem Naturcampingplatz Hexenwäldchen am Jamelsee finden wir auf einer Erhöhung einen schönen, ruhigen Platz mit Blick über den See. Am Nachmittag spielen wir mit Flora noch etwas am Strand und besuchen die  freilaufenden Hühner und die Schweinchen in ihrem Gehege. Von diesem Campingplatz wollen wir morgen unsere nächste Tour starten.

Tag 5 Paddeltour bis zum Pagelsee

Else ist startklar und wir auch. Wir überqueren den Jamelsee und schon erwartet uns die erste Überraschung. Der Zufluss zur Steinhavel ist ausgetrocknet bzw. hat einen sehr niedrigen Wasserstand das heißt wir müssen das Boot ziehen bzw. tragen. Dank Bootswagen aber natürlich kein Problem. Danach geht es aber weiter über den Jäthensee und irgendwann fallen Floras Augen zu. Leider bereits vor der Mittagspause. Naja macht nichts. In Babke machen wir eine kurze Pause und heben das Boot leise aus dem Wasser. Flora schläft weiter, während wir uns ein Fischbrötchen gönnen und den ankommenden Paddlern beim Umtragen ihrer Boote zuschauen. Nach der Mittagsruhe bekommt Flora noch eine Portion Pommes und dann kann die Fahrt auch schon weitergehen. Wir überqueren noch den Zotzensee und den Pagelsee. Das ist dann auch die Endstation für die heutige Paddeltour. Hier machen wir eine Pause an der Lorenbahn für Kanus und paddeln anschließend den Weg wieder zurück. Über den Pagelsee, den Zotzensee, den Jäthensee bis hin zum Jamelsee. Wir kommen am Abend nach unserer 16,9 km lang im Bootstour erschöpft, aber glücklich am Campingplatz an.

Tag 6 Paddeln bis zum Useriner See

Auch heute starten wir wieder vom Campingplatz am Jamelsee.  Dieses Mal geht es in die andere Richtung- Wir überqueren den Görtowsee und den Zierzsee und paddeln weiter bis zum Useriner See. Da hier überall Naturschutzgebiet ist, finden wir nur schlecht ein Pausenplätzchen. Am Useriner See angekommen wollen wir ans gegenüberliegende Ufer, um in Userin endlich anzulegen und eine Pause zu machen. Leider verpassen wir unsere Anlegestelle und paddeln etwas zu weit über den Useriner See, also wieder zurück bis nach Userin. Hier machen wir die langersehnte Pause. Heute geht ziemlicher Wind und es bilden sich auch langsam dunkle Wolken am Himmel. Auch der Wind erschwert uns die Rücktour, aber nach 17.3 km kommen wir endlich wieder am Campingplatz an.


Tag 7 Auf zur Müritz

Heute fahren wir wieder mit dem Bulli weiter.  Es geht zum “kleinen Meer” der Mecklenburgischen Seenplatte, zur Müritz. Wir wollen auf den Campingplatz C16 in Boek.  An diesem Spätsommer Tag ist nicht viel los auf dem Platz und wir bekommen direkt einen Platz in erster Reihe mit Blick auf die Müritz. Wir essen gemütlich Mittag, genießen die Sonne und machen eine kleine Mittagsruhe. Am Nachmittag laufen wir nach Boek und schauen uns das alte Gutshaus an. In dem Kutschercafè nebenan, essen wir lecker Kuchen und trinken Kaffee.  Durch den Wildpark von Boek kann man im Sommer Kutschfahrten machen. Wir haben Glück und bekommen noch einen Platz auf der Kutsche, die 16 Uhr abfährt. Zuerst fahren wir durch die Ortschaft Boek, kurze Zeit später passieren wir einen Zaun und fahren direkt in das Wildpark Gebiet hinein. Der Kutscher hat allerhand Anekdoten über den Wildpark und die Ortschaften bereit und erklärt vieles über die Tier- und Pflanzenwelt.  Nicht lange und die ersten Hirsche und Rehe lassen sich blicken. Und da ist er auch schon, Hirsch „Heinrich“. Majestätisch kommt er aus dem dunklen Wald mit Ziel auf unsere Kutsche. Henry platziert sich um ein schönes Foto zu machen und da läuft Heinrich auch schon schneller auf die Kutsche zu. Fast streift er die Kutsche, bevor er wieder auf das weite Feld verschwindet. Später sehen wir auch noch einen Fuchs und allerhand andere Wildtiere.  Sehr zu empfehlen, diese Kutschfahrt. Gegen 18:30 Uhr erreichen wir wieder Boek. Im Hotel Müritz Park genehmigen wir uns unser Abendessen. Alles sehr idyllisch hier, so lässt es sich aushalten. Eine schöner Herbsttag geht zu Ende.


Tag 8 Schlechtwetterprogramm an der Müritz

Unsere Wetterabfragen in den letzten Tagen haben es uns schon ahnen lassen, dass es heute regnet.  Deshalb haben wir uns bereits ein Schlechtwetterprogramm zurecht gelegt und fahren heute nach Röbel in die Therme.  Es regnet wirklich den ganzen Tag wie aus Eimern. Am Abend suchen wir uns einen Platz auf dem Hafen in Röbel, waschen und trockenen unserer nasse Wäsche und die Handtücher. Heute gehen wir alle zeitig schlafen.

Tag 9 Schöne Stadt Malchow

Auch am heutigen Vormittag hängen noch dicke Regenwolken über Röbel.  Wir fahren mit dem Bullibus nach Malchow und schauen uns das Museum für Kuriositäten und Raritäten  “Kiek in un wunner di” an. Dort gibt es von der Schrankbadewanne bis zur Schallplattenkassette einiges zu bestaunen. Danach schlendern wir noch durch die Inselstadt Malchow mit seiner bekannten Drehbrücke. Natürlich schauen wir auch zu wie sie öffnet und schließt, während wir unser frisch „gefangenes“ Fischbrötchen vernaschen. Am Abend fahren wir wieder an die Müritz und wollen eigentlich auf dem Campingplatz Müritzparadies C15 einchecken, da wir von hier vom Bolter Kanal unsere morgige Paddeltour starten wollen. Allerdings gibt es auf dem Platz nur schattige Plätze, also entscheiden wir uns wieder nach Boek auf C16 zu fahren.

Tag 10 Paddeltour „die Alte Fahrt „

Heute wird wieder gepaddelt. So ist der Plan. Mit dem Linienbus und dem Kajak im Rucksack fahren wir von Boek, leider mit etwas Verspätung, bis zum Campingplatz C15 und starten unsere Tour am Bolter Kanal. Wir fahren entspannt über den Caarpsee und den Woterfitzsee, Aussteigen ist hier aufgrund des Naturschutzgebietes leider wieder verboten. Flora hält ihren Mittagsschlaf mal wieder im Boot. Weiter geht es also auf den Leppinsee. Hier machen wir Pause bei Paddel-Paul und genehmigen uns einen kleinen Snack.  Danach folgen wir der Seenkette weiter nach Granzow und Mirow. Der Wind und die damit entstehenden Wellen machen uns ganz schön zu schaffen und so müssen wir ordentlich in die Paddel hauen. Flora ist tapfer und paddelt auch ein paar mal mit. Leicht erschöpft kommen wir in Mirow an und bestellen ein Taxi für die Rückfahrt zum Campingplatz nach Boek. Flora kann noch etwas am Strand spielen und der Abend findet einen gemütlichen Ausklang.


Tag 11 Fahrradtour

Heute wollen wir eigentlich eine Fahrradtour unternehmen.  Am Kutschercafè wollten wir uns Fahrräder ausleihen, dieser hat aber leider keine Fahrräder mit Kindersitz oder Anhänger.  Am frühen Morgen hat uns eine nette Dame von der Surfschule auf dem Campingplatz einen Kontakt von jemanden gegeben, der in dieser Region Fahrräder verleiht. Wir rufen an und verabreden uns an einer Verleihstation, an der wir die Fahrräder bekommen. Wir starten unsere Fahrradtour an der Mecklenburger Seenplatte in Richtung Norden nach Federow, hier ist soll es eigentlich einen Streichelzoo geben. Es stellt sich allerdings heraus, dass es zwar Tiere gibt, aber gestreichelt werden können diese nicht. Egal, wir machen eine schöne lange Pause und gönnen uns Kaffee und Kuchen, bevor wir die Heimreise antreten. Wir bringen die Fahrräder zurück zur Station und laufen nach Boek auf den Campingplatz.

Tag 12 Optikpark Rathenow

Unser Kalender sagt, dass wir uns von der Mecklenburger Seenplatte langsam wieder nach Süden orientieren müsse, also machen wir uns wieder auf den Weg. Unser Ziel ist dieses Mal die Stadt Rathenow. Hier gibt es den Optikpark, welcher im Zuge der Landesgartenschau 2006 entstand. Wir parken direkt auf dem Parkplatz an einem der Eingänge zum Park und suchen nach der Fahrt erst einmal den Imbiss in Sichtweite auf. Wir sind an diesem Tag die ersten Gäste und werden bestens umsorgt. Danach erkunden wir gestärkt den Park und beginnen mit der Hüpferei auf dem riesigen Luftkissen. Zumindest die Damen der Reisegruppe Bulliverreisen machen das. Wir haben Zeit und schauen uns fast alle Attraktionen an, bevor wir langsam zum Bus schlendern und weiter nach Brandenburg an der Havel reisen. Hier beziehen wir den Campingplatz an der alten Feuerwehr und stehen direkt ein einem Nebenarm der Havel. Wir kaufen noch ein paar Lebensmittel im nahe gelegenen Supermarkt und bestellen bei der Cheffin am Campingplatz noch Brötchen, bevor wir unseren Abend vollends gemütlich beenden.

Tag 13 Mit Else durch Brandenburg an der Havel

Nach dem Frühstück, pumpen wir wieder unsere Else auf und machen alles startklar. An der Slipstelle des Bootsverleihs am Campingplatz wassern wir und beginnen unserer Tour. Geplant ist eine Runde um Brandenburg zu paddeln. Leider ist das nicht ganz so einfach, wie wir uns das vorgestellt hatten. Denn an der Nordumfahrung ist eine große Schleuse für den Güterverkehr. Wir hoffen auf Einlass und warten eine Weile, als nichts geschieht zücken wir das Handy und rufen beim Schleusenwart an. Er verweist uns auf die Sportbootschleuse im Süden. Allerdings wollen wir diese natürlich erst am Ende unserer Runde durchfahren. Sonst wäre es ja keine Umrundung. Wir fahren ein Stück zurück und werden am Strand vom Boot- und Segelverein an Land gewunken. Zwei wirklich super nette und hilfsbereite Menschen laden uns zur Pause auf dem Vereinsgelände ein, welches nur für Freunde und Mitglieder des Vereins ist. Somit sind wir jetzt auch Freunde des Vereins. Nach unserer Picknickpause und einem netten Gespräch nehmen wir den Ausgang zur Straße und umfahren die nördliche Schleuse auf dem Landweg. Nach dem Einsetzen paddeln wir auf der geplanten Route weiter und genießen den Tag auf der Havel. Bevor wir die Sportbootschleuse im Süden passieren, machen wir Halt in einem Cafè, welches vom Wasser aus zugänglich ist. Hier nehmen wir noch einen Kaffee und ein Stück vom leckeren Kuchen ein. Nach der Schleuse sind es nur noch wenige Minuten, bis wir wieder an unserem VW Bus ankommen und den milden Abend genießen.

Tag 14 Schon wieder Zeit für die Heimreise

Heute geht es wieder nach Hause. Leider! Aber vorher schauen wir uns Brandenburg noch zu Fuß an und gehen auf „Waldmops Entdeckungstour“. Irgendwie sind die wenigen Urlaubstage immer viel zu schnell vorbei. Aber der nächste Urlaub kommt bestimmt. Und auch ohne die weiten Strecken ins europäische Ausland gibt es immer wieder Neues zu entdecken.

Fazit:

Auch in Deutschland gibt es so schöne Plätze. Und gerade für uns, als Paddelfreunde war das dieser Herbsturlaub, in Verbindung mit einem Paddelurlaub an der Mecklenburger Seenplatte. Einfach super!

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