2015 Roadtrip Norwegen Teil 2/3

Norwegen, das Land der Trolle und Feen und wir sind mit unserem Bulli da unterwegs. Was wir bisher erlebt haben, gibt es in Teil 1 unseres Reiseberichtes zu Norwegen.

Tag 9 – 06.06.2015 Wandern mit Ziegen

Campingplatz Insidertipp:

Lofthus Camping liegt inmitten fruchtbarer Obstplantagen.
Als Gast darf man kostenfrei das jeweilige Obst der Saison (Sauerkirschen, Pflaumen, Äpfel und Birnen) pflücken.

Weiter geht unser Roadtrip durch Norwegen Richtung Norden.
Nach dem leckeren Frühstück zeigt unser Reisekompass nach Norden. Entlang der Touristikroute „Hardanger“ gibt es wieder einiges zu sehen. Wir lassen uns mit einem kurzen Stopp am Låtefossen gemütlich in Richtung Lofthus treiben. Hier beziehen wir unser Quartier auf dem kleinen aber feinen Lofthus Campingplatz. Weil das Wetter schön ist, also den Umständen entsprechend, starten wir eine kleine Wanderung zum „Nosi“, dem Felsvorsprung, welcher wie eine große Nase aussieht. In der Beschreibung steht diese als anspruchsvoll. Die ersten zwei- bis dreihundert Meter über Wiesen und Felder laufen sich super. Wir kommen an eine steile Schotterstraße, welche für die nächste Zeit unsere Herausforderung sein soll. Nach 2 Stunden steil bergauf beschließen wir, nie wieder Schotterweg! Wir brechen nach einer ausgedehnten Rast am Waldrand ab und laufen wieder zurück. Nach einer noch steileren Abkürzung durch den Wald kommen wir über eine Weide mit Ziegen. Der Weg führt genau hindurch. Das bedeutet, Türchen auf, Türchen zu und mitten über die Weide. Als die Ziegenherde in Henry ihren Chef sehen, kommen alle samt Zicklein auf uns zu. Nach kurzer Scheu haben wir uns angefreundet und die kleinen Zicklein gestreichelt. Ein tolles Ereignis an diesem Tag, welches unsere Frustration über die missglückte Wanderung fast verschwinden lässt. Wenig später kommt der Regen und den Rest des Abends verbringen wir frisch geduscht im Bulli. Während wir noch ein wenig Schach spielen, Abendbrot essen und Reiseführer lesen, drehen unsere Wandersachen ihre dringend benötigten Runden in der Waschmaschine auf dem Campingplatz. Fazit, „That goats made our day.“

Tag 10 – 07.06.2015 Bergen

Schnell noch Geschirr abgewaschen und dann fahren wir nach Bergen. Auf der Fähre nach Kvanndal teilte uns einer der Matrosen mit, dass unsere geplante Straße No.7 Richtung Bergen gesperrt ist. „…The Mountain was coming down…“ war bei diesem Regen wohl der Grund. Wir werfen unsere Pläne über den Haufen und nehmen die Fähre nach Utne um auf der Touristenroute nach Jondal zu fahren. Danach auf die Fähre nach Torvikbygd und weiter auf die Straße No.7 nach Bergen. Nach einigem Suchen haben wir einen großen Parkplatz am hinteren Hafen gegenüber des historischen Stadtteils Bryggen gefunden. Trotz leichtem Nieselregen laufen wir zu den Touristenspots und nehmen uns zuerst den berühmten Fischmarkt vor. Nach ein paar Entscheidungsschwierigkeiten kaufen wir unseren lange gesuchten Fisch fürs BBQ. Nachdem der Fisch gut verpackt ist, möchten wir vom Verkäufer noch wissen, welchen Fisch genau wir nun gekauft haben. Ein bisschen überrascht über unsere neu erworbene Dorade aus Griechenland, kaufen wir noch einen typisch norwegischen Tørrfisk. Laut dem Verkäufer auf dem Markt ist das ein Snack für unterwegs. So handhaben wir das auch und essen den Fisch aus der Faust. Mit einem fischigen Geschmack im Mund und Fischgeruch an den Händen durchstreifen wir das historische Hanse-Viertel Bryggen.

Von Geschäft zu Geschäft und durch die dunklen Gänge der alten Gebäude bis wir schließlich an einem der bekannten Restaurants in diesem Viertel „herauskommen“. Wenn wir schon mal da sind…. Und schon sitzen wir in einem der altertümlichen Räume mit der Speisekarte in der Hand. Wir bestellen Rentierfilet, dazu Gänsewein und Schwarztee. Wir wollen ja noch ein bisschen fahren. Ein sehr leckeres Essen und wir müssen zugeben, es gibt schlechtere Möglichkeiten 800 NOK auszugeben. Man gönnt sich ja sonst nichts. Am Nachbartisch wurde die spanische Presse bewirtet und der Fotograf fand es wohl sehr spannend uns zu fotografieren, also gab es noch eine Skål-Pose für die Kamera bevor wir  aufbrachen. Angekommen am Bus, ist das nächste Ziel schnell ausgemacht. Da es im Juni in Norwegen sehr lange hell ist, also eigentlich die ganze Zeit, fahren wir weiter Richtung Flåm. Wie es der Zufall so will, ist nun ein anderer Abschnitt der Straße gesperrt. Dafür ist die Strecke über die Straße No.7 wieder offen. Unser Schlafplatz findet sich spontan auf dem großen Parkplatz in einem Skigebiet. Im Juni sind wir hier die einzigen Gäste.

Tag 11 – 08.06.2015 Flåm und Flåmsbahn

Das Wetter ist bei der Ankunft in Flåm bestens. Wir kaufen für 800 NOK 2 Karten für die Flåmbana, in ca. 90 Minuten geht es los. Zeit um eine vernünftige Mittagspause zu machen. Essen, danach schlafen und danach…Regen, was sonst. Es ist ja nicht anders zu erwarten. Wir gehen zur Bahn und fahren die ca. 20 Km historische Bahnstrecke durch die schönsten Ausblicke und Landschaften Norwegens. Als wir zurück am Bahnhof sind, ist das Wetter zum Glück wieder besser. Wir beschließen das schöne Wetter auszunutzen und fahren auf den nahe liegenden Parkplatz direkt am Fuße des Aurlandsfjord, mit einer grandiosen Aussicht direkt in den Fjord hinein. Weil wir gelernt haben die Feste zu feiern wie sie fallen, holen wir den Grill heraus und feuern ihn an. Die Dorade freut sich schon. Während der Fisch es sich auf dem heißen Grill gemütlich macht, beobachten wir die pompöse Ausfahrt des Kreuzfahrtschiffes. Mit Pauken und Trompeten geht es für die Pauschaltouristen zurück aufs Meer. Danach kehrt eine unglaubliche Ruhe in den kleinen Hafen ein. Jetzt wird es richtig gemütlich. Mit der Zeit gesellt sich noch ein VW-Bus T5 aus Deutschland zu uns und parkt in nächster Nähe.

Es hätte ein so schöner Standplatz für die Nacht sein können. Aber wie Henry es schon im Gefühl hatte, kommt es nicht dazu. Am Parkplatz steht ein Schild, dass zwischen 22.00 Uhr und 6.00 Uhr absolutes Parkverbot herrscht. Pünktlich 22.30 Uhr klopft es am Bus und ein aufmerksamer Anwohner auf dem Fahrrad weist uns, mehr oder weniger freundlich, darauf hin. „…maybe you misunderstood something, but you can`t stay here…“…na dann halt nicht. Also geht es weiter im Bulli, es ist ja noch lange hell. Um nicht durch den Tunnel auf der Hauptstraße zu fahren entschließen wir uns die Touristikroute „Aurlandsfjellet“ zu nutzen. Wie sollte es auch anders sein? Auch diese Straße ist nur im Sommer schneefrei und weil wir hier in Norwegen noch keinen Sommer haben, ist die Straße auch noch nicht frei. Die 8 Km zu dem bekannten Aussichtspunkt „Stegastein“ gönnen wir uns dennoch und kämpfen uns die kleine Bergstraße mit den Serpentinen nach oben. 650 Meter hoch und wie ein Sprungbrett 30m in den Fjord hineinragend, bietet sich uns eine atemberaubende Aussicht bei Abendsonne von diesem Aussichtspunkt. Danke Norwegen. Auf dem Rückweg halten wir noch für einen kurzen Fotostopp bei einer Schaf-Familie. Um diese Zeit, also kurz vor Mitternacht sind sogar die noch munter. Wir finden einen Schlafplatz auf einem Parkplatz im Tal kurz vor dem längsten Straßentunnel der Welt.

Tag 12 – 09.06.2015 Briksdalsbreen

Auf in die Gletscherlandschaft…aber vorher heißt es erst einmal Aurlandstunnel mit 24,5 Km Länge. Der längste Straßentunnel der Welt. Sehr gut beleuchtet und interessant gestaltet ist die Durchfahrt besser als vermutet. Alle 6 Km kommt ein Tunnelgewölbe, welches in einer anderen Farbe beleuchtet wird. Wir parken unsere „Wohnung“ auf dem Campingplatz am Briksdalsbreen. Wir nutzen das trockene Wetter und wandern bis an den Gletscher. Die Wanderung vom Campingplatz aus ist, trotz des stetigen Anstiegs, gut zu laufen. Angekommen am Gletscher sind wir schon beeindruckt über die Schönheit der Natur. Leider ist der Gletscher schon kleiner als auf den bekannten Fotos zu sehen, somit ist nichts mit einer direkten Gletscherberührung von diesem Punkt aus. Nach reichlich Pause, die wir mit der Beobachtung des Sees und verschiedener asiatischer Touristen mit ihren Fotoshootings verbringen, treten wir den Rückweg an. Wieder zurück auf dem Campingplatz Melkevoll Bretun gibt es erst einmal lecker Brathering mit Kartoffelbrei. Auf dem Campingplatz gibt es eine Gemeinschaftshütte mit Feuerstelle in der Mitte und Fenstern nach außen. Wir genießen das sehr. Vor dem Schlafen nutzen wir noch die schöne Landschaft rund um den Platz für ein paar Fotos.

Tag 13 – 10.06.2015 Kannenstein

Nachdem wir nach dem öffnen der Augen wieder nur Regen sehen, steht heute Schlechtwetterprogramm an. Geiranger und Trollstigen verschieben wir auf Freitag und fahren heute zum Kannenstein. Nach ein paar Fotos und einem ausgedehnten Mittagsschlaf fahren wir weiter Richtung Âlesund und nehmen zum Abend hin noch zwei Fähren. Für Morgen steht dann die Besichtigung von Âlesund auf dem Plan.

Tag 14 – 11.06.2015 Âlesund und Trollstigen

Bei bestem Wetter schauen wir uns Âlesund an. Vorher besichtigen wir noch das Sunnmøre Museum am Stadtrand. Neben tollen Wikingerschiffen und Häusern von der Steinzeit bis zur jetzigen Zeit, gibt es auch Werkzeuge, Kleidung und andere Sachen zu bestaunen. Henrys Lieblingsstück bleibt eines der großen Wikingerschiffe im Bootshaus. In Âlesund angekommen finden wir einen Parkplatz direkt neben dem ausgewiesenen Womo Stellplatz, nur eben deutlich günstiger für 15 (NOK/h). Campingbeutel gepackt und zu Fuß zum Hafen. Wieder liegt ein Kreuzfahrtschiff vor Anker und Touristenmassen bevölkern die Innenstadt. Ein kurzer Besuch im Touristkontor und wir durchqueren das alte Hafenviertel. Sehr schön zu durchschlendern, obwohl es natürlich nicht ganz so spektakulär ist wie Bryggen in Bergen. Nach unserem letzten BBQ-Abend mit der griechischen Dorade sind wir wieder auf der Suche nach einem Fischmarkt. Im Anglershop wurden wir entsprechend gelotst und sogar in der Karte ist der Fischladen eingezeichnet. Also nix wie hin. Einmal Lachsfilet bitte und etwas von diesem ……, keine Ahnung wie der andere Fisch heißt. Die frische Ware so schnell es geht zum Bus, dass auch nix schlecht wird.

Anschließend laufen wir die 418 Stufen zum Aussichtspunkt „Aksla“ hinauf und werden mit einer grandiosen Aussicht über die Stadt belohnt. Wieder am Bulli angekommen steht das nächste Ziel fest. Geiranger über die steile Serpentinenstraße Trollstigen. Ein Schritt nach dem Anderen. Zuerst, die mit 10%iger Steigung in 11 Serpentinen hinauf führende Landschaftsroute „Geiranger-Trollstigen“ entlang. Die Straße wurde direkt in die Steinwand gebaut und natürlich gibt es da auch einen wunderbaren Wasserfall, so wie fast überall in Norwegen. Gewarnt wird per Verkehrszeichen vor Trollen, die die Straße überqueren könnten. Für unser Baby kein Problem. Trotz der nur 50 Pferdchen geht es im 2ten und 3ten Gang bequem den Berg hinauf. Oben angekommen haben wir, dank bestem Wetter nun eine wunderbare Aussicht und können schöne Fotos machen. An der Aussichtsplattform heben wir noch einen Cache und dann fahren wir weiter Richtung Geiranger.

Stellplatz Geheimtipp:
Kleiner privater Stellplatz an der Hauptstraße 63 zwischen Trollstigen und Geiranger an der Abzweigung Longdalen

Wir finden auf dem Weg einen traumhaften Stellplatz an einem Fluss zwischen wunderschönen Bäumen. Da es nicht regnet packen wir noch unseren Grill aus und zum Abendbrot gibt es leckeren Lachs mit Salat. Noch ein bisschen lesen und dann geht es ins Bettchen.

Unsere Route durch Norwegen:

Hier geht es zu Teil 3 ⇒

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